Wir vor Ort – aktiv gegen sexuelle Gewalt

Von sexueller Gewalt betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen eine verlässliche Unterstützung und Begleitung. Auch das Umfeld, die Familien, Fachkräfte und Ehrenamtliche aus Kindertagesstätten, Schulen, Religionsgemeinschaften und Vereinen dürfen mit dem Thema nicht allein gelassen werden.

In vielen ländlichen Regionen bestehen aber gravierende Versorgungslücken – Ratsuchende können Fachberatung häufig kaum oder gar nicht erreichen. Eine besonders deutliche Unterversorgung besteht für erwachsene Zielgruppen. Denn im ländlichen Raum sind Betroffene mit der Suche nach geeigneten Unterstützungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Problemen, wie mühsame Erreichbarkeit durch große Entfernungen, mangelnde Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, geringe Anonymität oder mangelnde psychotherapeutische Angebote konfrontiert. Zugleich bieten ländliche Räume große Stärken - vielen Betroffenen helfen die Natur, Ruhe, der Kontakt zu Tieren oder soziale Unterstützungsnetzwerke im Umgang mit den Folgen der Gewalt.

Das Modellprojekt „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“ zielt darauf ab, diese Versorgungslücken zu schließen und die Stärken ländlicher Regionen zu nutzen. Dazu werden bis 2021 in acht ländlichen Regionen Modelle für Kooperation und Beratung entwickelt und erprobt. Die Erkenntnisse des Modellprojektes dienen dazu, Fachberatung in ländlichen Regionen bundesweit bedarfsgerechter zu verankern.
Eine dieser Regionen ist der Landkreis Weimarer Land.

 
 

Seit Januar 2020 ist die pro familia Thüringen Trägerin der Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt im Landkreis Weimarer Land. Durch den Kinder- und Jugendschutzdienst Känguru als ambulante Jugendhilfeeinrichtung verfügt sie über eine hohe Fachexpertise zur Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt sowie zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind oder waren. Ihnen bot die Beratungsstelle schon bisher verlässliche Unterstützung zum Schutz vor sexueller Gewalt.

Durch das Modellprojekt können weitere Zielgruppen angesprochen und neue Schwerpunkte gesetzt werden, um der Unterversorgung von spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Dazu gehören:

  • Beratung und Unterstützung von erwachsenen Betroffenen und ihrem Umfeld
  • Beratung zum Umgang mit Verdachtsfällen in Orga­nisationen und im privaten Umfeld
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Schutz­konzepten in Institutionen
  • Regionale Öffentlichkeit­sarbeit, Fortbildung und Vernetzung
  • Präventionsarbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • spezialisierte Fachberatung und Therapie von sexuell übergriffigen Kindern ab 12 Jahren und Jugendlichen im LichtBlick als effektiver Opferschutz

Kontakt für Beratung:

0162 / 7566292
sicheres Kontakt­formular →

Kontakt zum Kinder- und Jugendschutzdienst Weimar und Weimarer Land: kinderschutz-weimar.de/kontakt

Zusammenarbeit und Förderung