Hilfe für dich

Hallo Mädchen, hallo Jungen!

Auf den Seiten unserer Homepage findest du einige Beschreibungen von blöden Dingen, die Kindern oder Jugendlichen passieren können. Manchmal sind das eher „harmlose“ Sachen wie z. B. ärgern. Anschreien oder ein Kind mit Worten oder Handlungen demütigen und beleidigen ist auch Gewalt. Aber manche Gewaltsituationen können dich auch sehr verletzen, am Körper oder der Seele, die Situationen können gefährlich für dich sein und sehr bedrohlich. Von allen Gewaltformen sind sowohl Mädchen als auch Jungen betroffen.

Was kannst du tun?

Auf deine Gefühle solltest du immer gut achten, denn sie zeigen dir, ob etwas in Ordnung ist oder nicht. Wenn du das Gefühl hast, die Situation ist nicht okay für dich, wenn du Angst hast oder dir Angst gemacht wird, dann solltest du dein Gefühl ernst nehmen.

Auch wenn dir am Anfang etwas gefallen hat, darfst du jederzeit NEIN sagen, die blöde Situation stoppen oder dich wehren.

 

Dein Körper gehört dir!

Du bestimmst, wer dir nahe kommt oder dich anfassen darf und wer nicht!

Niemand hat das Recht, dich gegen deinen Willen zu berühren! Niemand hat das Recht dich zu schlagen!

Es gibt Situationen, in denen unangenehme Berührungen unumgänglich sind, z. B. beim Arztbesuch. Du hast in solchen Situationen ein Recht darauf, dass dir erklärt wird, warum etwas notwendig ist. Außerdem gibt es noch Sachen, bei denen es nicht sinnvoll ist NEIN zu sagen: dazu gehört das Zähneputzen.

Es gibt gute und schlechte Geheimnisse

Häufig wird Kindern oder Jugendlichen gesagt, sie sollen das Geschehene als Geheimnis für sich behalten. Sie werden unter Druck gesetzt, mit niemandem über das, was passiert ist, zu reden. Aber wenn ein Geheimnis dir wie ein Stein im Magen liegt oder wie eine düstere Wolke über dir hängt, dir Kummer und Sorgen macht dann ist es ein schlechtes Geheimnis. Manchmal bekommen die Kinder viele Geschenke, damit sie schweigen. Manchmal wird ihnen auch damit gedroht, dass sie in ein Heim kommen oder dass sie Schuld am Auseinanderbrechen der Familie haben, wenn sie etwas weitererzählen.

Das stimmt aber nicht! Lass dir keine Angst einjagen und lass dir nicht vorschreiben, was dein Geheimnis zu sein hat! Bei einem schlechten Geheimnis hast du das Recht es weiter zu erzählen und dir Hilfe zu holen!

 

Du hast keine Schuld für das, was dir passiert ist!

Manche Kinder denken, sie haben etwas gemacht, dass ihnen so etwas passiert, dass sie missbraucht oder geschlagen werden. Sie fühlen sich schuldig und schämen sich. Wir vom Kinder- und Jugendschutzdienst Känguru wissen, dass kein Kind Schuld hat, sondern der Erwachsene, der so etwas tut.

 

Sag es weiter!

Manchmal ist es zu schwierig, sich alleine zu wehren, oder es klappt gar nicht. Egal, ob dein NEIN leise oder laut war, ob du es nur mit dem Körper oder dem Gesicht ausgedrückt hast oder es laut gesagt hast – wenn Erwachsene oder andere Kinder dein NEIN nicht respektieren und du es nicht allein schaffst, dich zu wehren, brauchst du Hilfe. Wenn jemand deine Seele oder deinen Körper verletzt hat, dir Angst macht und dich bedroht, dann darfst du das weiter erzählen.

DAS IST KEIN PETZEN, sondern dein gutes Recht! Und vielleicht hilfst du damit auch noch anderen, die sich nicht trauen, etwas zu sagen.

Wo findest du Hilfe?

Überlege dir, welche andern Kinder oder welche Erwachsenen dir helfen könnten und wem du vertraust. Das könnte jemand aus deiner Familie sein, eine Lehrerin oder ein Lehrer, jemand von einer Beratungsstelle oder dem Jugendamt, die Eltern von Freunden oder die Polizei. Nimm all deinen Mut zusammen und erzähle, was dir passiert ist. Wenn dir erst niemand glaubt, gib nicht auf. Vielleicht schaffst du es ja an einem andern Tag oder bei einem andern Menschen.

Wenn du in Not bist und nicht weißt, wo du Hilfe findest, kannst du dich auch erstmal telefonisch beraten lassen. Es gibt das Sorgentelefon in Thüringen (0800 - 0080080) oder die Nummer gegen Kummer (0800 - 1110333). Es kostet nichts dort anzurufen. Am anderen Ende der Leitung sitzen ältere Jugendliche oder Erwachsene, die sich mit Kindern in Not gut auskennen. Du musst deine Namen oder deine Telefonnummer nicht sagen und die Berater sagen nichts weiter, wenn du das nicht möchtest.

Und du kannst dich natürlich auch an den Kinder- und Jugendschutzdienst wenden.

 

Schutz vor Gewalt im Internet

Gib niemals deinen wirklichen Namen, Adresse, Schuladresse, Telefon- oder Handynummer im chat oder per mail weiter!

Auch Anmeldebögen für den Chat solltest du nicht korrekt ausfüllen, sondern dir einen Fantasienamen und eine Adresse ausdenken – das ist kein Lügen, sondern schützt dich vor blöden Bekanntschaften. Dein Fantasiename sollte keinen Hinweis auf deine Person geben, also z. B. wie alt du bist oder wie du aussiehst.

  • Dein Passwort solltest du niemals Chatfreunden oder e-mail-Freunden anvertrauen. Deinen Hausschlüssel gibst du ja auch nicht an andere Menschen weiter.
  • Im Chatraum solltest du niemals persönliche Informationen mitteilen und auch keine Informationen über Freunde, Freundinnen, Familienangehörige oder andere Menschen weitergeben. Mit deinen persönlichen Freunden kannst du über deine persönlichen Dinge sprechen, aber nicht mit Freunden im Chat.
  • Du solltest auch keine Photos ins Internet stellen oder per Handy weitergeben, weder von dir noch von deinen Freunden oder Freundinnen oder von deiner Familie.
 

Sei vorsichtig gegenüber Fremden im chat!

Chatfreunden gegenüber solltest du vorsichtig sein und ihnen nicht alles glauben.

Du kannst dich auch vor schlechten Bekanntschaften im Internet schützen, indem du schreibst, dass du mit deinen Eltern über deine Internetkontakte sprichst, und dass deine Eltern den selben Computer wie du benutzen. Miese Typen werden oft vorsichtig, wenn sie befürchten, dass andere etwas mitbekommen.

Du solltest dich niemals ohne Begleitung eines Erwachsenen mit einem Chatfreund in der Wirklichkeit treffen. Das erste Treffen sollte immer an einem öffentlichen Ort stattfinden an dem sich auch andere Menschen aufhalten, z. B. ein Cafe.

Es kann sein, dass dir beim chatten etwas unangenehm ist, du ein komisches oder ungutes Gefühl hast und vielleicht auch Angst bekommst. Dann verlasse den Chatraum, rede mit einem vertrauten Menschen und hole dir Hilfe.

Auch wenn du dich nicht an Absprachen mit deinen Eltern gehalten hast:

Du hast keine Schuld, wenn du sexuell belästigt wirst.

Schuld haben immer die Täter und Täterinnen!

 

Blöde Bilder sind verboten

Wenn du selbst unfair mit dem Handy behandelt wirst oder das bei anderen Mädchen oder Jungen bemerkst, sei mutig und wehr dich! Rede über das, was dir oder anderen passiert ist. Hol dir Unterstützung bei anderen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder auch beim Kinder- und Jugendschutzdienst Känguru! Das ist kein Verrat und ist nicht feige!

Und hier noch mal ein paar Tipps, damit du nicht selber in Schwierigkeiten gerätst:

  • Verschickt keine ekligen oder schrecklichen Bilder, die anderen Angst machen sollen!
  • Verbreitet keine Lügengeschichten über andere!
  • Fotografiert andere nicht ohne deren Erlaubnis und verbreitet die Fotos oder Filme nicht!
  • Verändert oder verfälscht keine Fotos von anderen und verbreitet diese nicht!
 

Wir beraten Dich unter

03643-850700

Du kannst gerne auf unseren Anrufbeantworter sprechen und eine Nachricht mit deiner Telefonnummer hinterlassen. Wir rufen Dich schnellst möglich zurück!

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